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Die Bausteine des Konzeptes

Ziel der Sprachförderung ist der Aufbau einer emotionalen und zwischenmenschlichen Kompetenz.

Um diese Kompetenz zu erlangen, reichen isolierte Sprachübungen zu den einzelnen Bereichen nicht aus. Das Kind sollte durch den Aufbau eines intakten Verhältnisses zu seiner Umwelt und seinen Mitmenschen und einer entsprechenden Sensibilität für die Bedürfnisse und Wünsche anderer Menschen in der Lage sein, adäquat auf die Signale der Umwelt zu reagieren. Denn nur die kommunikative Kompetenz befähigt das Kind, sich anderen situations- und gesprächsgerecht mitzuteilen.

Das bedeutet, dass das Kind ein fundiertes sprachliches Grundgerüst braucht, um aktiv und selbständig an unserer Gesellschaft teilnehmen zu können. Deshalb ist das Sprachförderprogramm als Bausteinprogramm aufgebaut.

 

Zu den Bausteinen gehören:


Die Arbeit im semantischen Kontext

Dabei findet die methodische Umsetzung eines Themas, wie z.B. „Mein Körper“ unter Einbezug möglichst vieler anderer Bausteine bezogen auf eine bestimmte „alltagsrelevante“ Thematik statt.

Das Training der einzelnen Wahrnehmungsbereiche

Die wichtigste Grundlage für eine gut ausgebildete Erst- wie auch Zweitsprache ist die Förderung einer differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder.

Rhythmische Elemente

Lieder und Reime fördern den Aufbau des Rhythmusgefühls und außerdem die Merkfähigkeit und führen zur Weiterentwicklung der Sprachfähigkeit.

Der Aufbau des Wortschatzes

Der Wortschatz bildet die Basis der Sprachbeherrschung. Ohne ausreichenden passiven und aktiven Wortschatz ist weder das Verstehen anderer noch die Mitteilung eigener Wünsche und Erzählabsichten möglich.

Übungen zum Sprachverständnis

Das Sprachverständnis ist eng verknüpft mit dem Wortschatz, denn Wörter werden langfristig nur abgespeichert, wenn ihre entsprechende Bedeutung bekannt ist.

Für das Training des Sprachverständnisses ist es deshalb wichtig, Wörter in ihrem Sinnzusammenhang unter Einsatz möglichst vieler Modalitäten zu erlernen.

Das Training der auditiven Wahrnehmung

ohrDieser Baustein nimmt eine wichtige Rolle in dem Sprachförderprogramm ein, da die auditive Wahrnehmung für die sprachliche Entwicklung von großer Bedeutung ist.

Neben der großen Bedeutung für das Sprechenlernen und die Sprache ist die Schulung des auditiven Wahrnehmungsbereichs, also des Gehörs, auch eine wesentliche Voraussetzung für das Erlernen der Lese- und Schreibfähigkeit.


Folgende auditive Fähigkeiten werden u.a. in die Förderstunden mit eingebunden:

Auditive Aufmerksamkeit:

Die Bereitschaft, akustische Reize wahrzunehmen und sich darauf zu konzentrieren

Auditive Figur-Grund-Wahrnehmung / Figur-Grund-Identifikation:

Das Erkennen eines bestimmten Geräusches aus einer Vielzahl von akustischen Reizen

Auditive Lokalisation / Richtungshören / Entfernungshören:

Das zielgerichtete Hören eines Geräusches / einer Stimme

Auditive Diskrimination / Auditive Diskriminierung:

Das Erkennen von Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Tönen und Lauten

Auditive Merkfähigkeit / Auditives Gedächtnis:

Die Speicherung und das Wiedererkennen von Gehörtem

Auditive Serialität:

Die Reihenfolge verschiedener auditiver Reize behalten und erkennen

Auditive Gliederung und Verstehen des Sinnbezuges:

Die auditive Wahrnehmung umfasst auch das Verstehen von Gehörtem und dessen Zuordnung

Das Training der phonologischen Bewusstheit

Um eine gute Basis zum Erlernen der Artikulation und der deutschen Schriftsprache zu haben, ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf den Klang der gesprochenen Sprache zu richten und ein Gefühl für Silben und Wörter zu bekommen. Das Kind muss sich von der Bedeutung des Gesagten lösen können. Es muss fähig sein herauszukristallisieren, dass ein Satz aus Wörtern besteht, ein Wort aus einer oder mehreren Silben bestehen kann und ein einzelner Buchstabe die Bedeutung eines ansonsten identischen Wortes verändern kann (Minimalpaare).

Förderung der Konversations- und Erzählfähigkeit

Bei der Konversation handelt es sich um einen Dialog zwischen Menschen, bei der Erzählfähigkeit um die Kompetenz, ein Ereignis oder eine Erfahrung zu schildern. Häufig ist die Erzählung eingebettet in eine stattfindende Konversation.

Hiermit handelt es sich um eine der komplexesten sprachlichen Leistungen, denn sie erfordert eine Vielfalt an kognitiven, metalinguistischen und pragmatischen Kompetenzen.

Das Kind muss in der Lage sein, thematische Einzelheiten strukturiert miteinander zu verknüpfen. Dazu bedarf es einer Vorstellung im Kopf von „Was will ich erzählen?“, „Wo fange ich an?“ und „Wo will ich hin?“ Aus anfänglich isolierten Einzelereignissen werden somit linear verknüpfte Ereignisfolgen, die voraussetzen, dass Denk- und Sprachmuster konstruiert werden können, die weit über die Wortbildung und Satzkonstruktion hinausgehen.