Drei Säulen - Farbenfrohe Sprachpalette - Petra Rehmann

junge

Das Programm – Die drei Säulen 

Ein ganzheitliches Sprachförderprogramm kann und darf nicht begrenzt sein auf ein isoliertes Üben in einer bestimmten Lerngruppe, sondern muss integriert werden in den Alltag der Kinder.

Um das gewährleisten zu können, sollten sich die auf die Sprache des Kindes Einfluss nehmenden Personen die Möglichkeit haben sich gleichzeitig und in Absprache mit derselben Thematik zu beschäftigen.

Im Elementar- und Primarbereich sind das die Sprachförderkräfte, die Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen und die Eltern.

 

Um dieses Konzept transparent umsetzen zu können, benötigt das Förderkonzept folgende drei Säulen:

Die Sprachförderung: Die Sprachförderung in der Sprachfördergruppe

Die Pädagogischen Fachkräfte: Die Integration in das Gruppengeschehen

Die Eltern: Die Einbeziehung der Familie

 

Programm_sprachfoerderung1. Die Sprachförderung

Die Sprachförderung wird von der dafür vorgesehenen Förderkraft durchgeführt. Es werden die für die Entwicklung der Kinder wichtigen Themen behandelt. Die Themen sind so gewählt, dass - insbesondere auch für ausländische Kinder - alltagsrelevante semantische Felder einfließen, wie z. B.: „Mein Körper“, „Die Sinne“ oder „Meine Familie“.

Die im Programm enthaltenen Stunden dauern circa 45 Minuten, sind aber je nach Alter und Gruppenstärke individuell zu variieren. Deshalb beginnt jede Stunde mit der „Hallo-Runde“ und endet mit der „Tschüssrunde“.

Somit kann jede Fördereinheit nach Wunsch jederzeit durch die „Tschüssrunde“ beendet werden. Bei der nächsten Fördereinheit wird dann an der entsprechenden Stelle mit der „Hallo-Runde“ erneut angeknüpft.

Das hat zum Ziel, dass zum Einen die Sprachförderung exakt so durchgeführt werden kann, wie es in den Stundenentwürfen vorgegeben wird, zum anderen aber auch die Möglichkeit einer flexiblen Gestaltung besteht. Denn verfügt die Kollegin der Sprachförderung über zeitliche und fachliche Ressourcen oder bereits vorhandene Fördermaterialien, so kann sie je nach Gewichtung und Bedarf die Einzelstunde bzw. die Stundenblöcke variieren.

programm_erzieherinnen2. Die pädagogischen Fachkräfte

Zu den einzelnen Themenblöcken der Sprachförderung werden regelmäßig Informationen über die aktuellen Sprachspiele, Gruppenspiele und Lieder hinterlegt, so dass eine Transparenz und Kooperation zwischen den Gruppen möglich ist.

Diese konkreten Fördermöglichkeiten können als - für die Kindern aus der Sprachförderung bereits bekannte - kleine „Einheiten“ problemlos in den Gruppenalltag mit einbezogen werden, so dass es den Förderkindern möglich ist, auch einmal etwas „besser“ zu können als die anderen Kinder.

Die pädagogischen Fachkräfte haben dadurch die Gelegenheit, im engen Austausch mit den Kolleginnen der Sprachfördergruppe zu stehen und mit ihren Beobachtungen die Arbeit in der Sprachförderung zu unterstützen.

Bei der Planung der Sprachförderung können die Anregungen aus diesem Kreis in die Auswahl der jeweiligen Themenbausteine einfließen. Dadurch, dass die Kinder der Sprachförderung häufig aus verschiedenen Gruppen kommen, ist eine gruppenübergreifende Information zu den einzelnen Themen besonders wichtig.

 

programm_eltern_23. Die Eltern

Mit den Eltern findet ebenfalls ein regelmäßiger Austausch statt.

Im Rahmen eines einführenden Informationsabends werden die Eltern über das Sprachförderkonzept und ihre Bedeutung bei seiner Umsetzung informiert. Sollten aus organisatorischen Gründen keine regelmäßigen Treffen realisierbar sein, werden den Kindern die Informationen über das aktuelle Thema mit Ideen zur Sprachanregung im häuslichen Umfeld nach Hause mitgegeben.

Damit auch ausländischen Eltern eine Kooperation möglich ist, sind die Förderanregungen in deren Muttersprache verfasst (Türkisch bereits vorhanden, andere Sprachen können hinzukommen). Der zu erarbeitende Wortschatz wird sowohl in der Muttersprache als auch in Deutsch weitergegeben, um den Eltern zu ermöglichen parallel zu den Kindern ihren Wortschatz und ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.

Somit werden die Eltern aktiv in das Programm mit einbezogen und angeleitet im häuslichen Rahmen mit den Kindern gemeinsam Spiele/Übungen zur unterstützenden Förderung durchzuführen. Die klar strukturierten Übungen sind sowohl zeitlich als auch organisatorisch in den Familienalltag zu integrieren. Das fördert die Interaktion innerhalb der Familie und dient somit auch der Sensibilisierung der Eltern für die Schwächen ihres Kindes / ihrer Kinder.